Der ESV Rot-Weiß Göttingen ist neuer niedersächsischer Pokalsieger der Frauen. Im Barsinghäuser August-Wenzel-Stadion bezwangen die Südniedersächsinnen die TSG Burg Gretesch im Endspiel um den AOK Niedersachsenpokal mit 1:0 (0:0). Vor 300 Zuschauern erzielte Lea Bindewald in der 49. Minute das „Tor des Tages“.

In einem intensiv geführten Spiel aber einer zunächst höhepunktarmen ersten Halbzeit war die aus Dassensen stammende Lea Bindewald dann zu Beginn der zweiten Halbzeit im Blickpunkt. Nach einem Steilpass von Elena Müller spielte die Tochter von Rolf (Ex-Legende von der SVG Einbeck) und Schwester von Finn (Spieler bei der SG DaSie) ihre Schnelligkeit aus und traf mit links ins lange Ecke: „Ich habe bei meinem Tor vorher überhaupt nicht drüber nachgedacht, was ich gerade tue, sonst hätte ich wahrscheinlich, wie es dann meist so ist, daneben geschossen“, sagt die 23-jährige Offensivspielerin mit einem Schmunzeln. „In dem Moment konnte ich es gar nicht glauben, dass wir 1:0 im Finale führen und auch nach dem Spiel konnten die meisten es wahrscheinlich noch nicht realisieren“, erzählt die Dassenserin, die im vergangenen Oktober nach Rosdorf gezogen ist und bei der VR Bank in Südniedersachsen als Bankkauffrau tätig ist.

Gegen den Staffelsieger der Staffel West TSG Burg Gretesch, der in der Vorwoche bereits das Endspiel um die Niedersachsenmeisterschaft verloren hatte, musste das Team von Kevin Martin einige brenzlige Situationen überstehen, um die Führung über die Zeit zu bringen. Die größte Chance hatte wohl Lena Gosewinkel, die in der Nachspielzeit freistehend den Ball über den Kasten setzte. Daraufhin pfiff die gut leitende Schiedsrichterin Julia Kogel die Partie unter rot-weißen Jubelstürmen ab. Der ESV RW Göttingen wurde mit der Siegprämie von 500 Euro, den NFV-Pokal sowie dem Ticket für den DFB-Pokal belohnt. „Natürlich hofft man auf Wolfsburg oder Bayern in der ersten Runde. Da die Topteams aber meistens ein Freilos in der ersten Runde haben, würden wir uns über Hannover 96 als Gegner freuen, um auf unsere Mitspielerin Svea Rittmeier zu treffen, die in der kommenden Saison dort spielen wird“, gibt die pfeilschnelle Bindewald ihr Wunschlos ab. Die erste Pokalrunde ist für den 17. bis 19. August angesetzt. „Leider kann es sein, dass ich bei dem Spiel gar nicht dabei bin, da ich erst am 18. August aus dem Urlaub komme“, hofft die Nr. 6 vom ESV darauf, dass das Spiel erst am 18. oder 19. August ausgetragen wird.

Bereits vor der Partie ging Lea Bindewald mit einem positiven Mindset in das Finale. „Ich hatte tatsächlich vor dem Spiel schon ein gutes Gefühl. Ich habe mir vorher schon vorgestellt, wir wir im Anschluss im Bus feiern werden und habe gar nicht darüber nachgedacht, wie es aussehen würde, wenn wir verlieren“.

Fotos: NFV