Der Schiedsrichter-Ausschuss des NFV Kreises Northeim-Einbeck richtet sich mit einem deutlichen Appell an alle Fußballvereine der Region. Hintergrund sind wiederholt auftretende beleidigende und respektlose Äußerungen gegenüber Schiedsrichterinnen und Schiedsrichtern in Livetickern, sozialen Medien und anderen öffentlichen Plattformen.

Der Ausschuss betont, dass Kritik an Schiedsrichterentscheidungen selbstverständlich zum Fußball dazugehört. Emotionen, Diskussionen und unterschiedliche Sichtweisen seien ein wichtiger Bestandteil des Sports. Allerdings werde zunehmend beobachtet, dass die Grenze zwischen sachlicher Kritik und persönlichen Angriffen überschritten werde.

„Kritik ist erlaubt und ausdrücklich erwünscht, solange sie sich auf das sportliche Geschehen bezieht und in einem fairen und respektvollen Rahmen erfolgt“, heißt es aus dem Schiedsrichterwesen. Persönliche Beleidigungen, Herabwürdigungen oder Diffamierungen hätten dagegen im Fußball keinen Platz.

Beleidigende Inhalte werden künftig konsequent gemeldet

Der Schiedsrichter-Ausschuss hat seine Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter angewiesen, beleidigende Inhalte in Livetickern, sozialen Netzwerken und anderen öffentlichen Veröffentlichungen zu dokumentieren und zu melden. Entsprechende Beiträge sollen den jeweiligen Plattformbetreibern zur Prüfung und gegebenenfalls zur Entfernung vorgelegt werden.

Darüber hinaus werde geprüft, ob die Verfasser solcher Beiträge einem Verein des NFV angehören oder im Zusammenhang mit einem Verein handeln. In diesen Fällen behält sich der Ausschuss vor, die vorhandenen sportrechtlichen Möglichkeiten konsequent auszuschöpfen.

Zusätzlich können betroffene Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter bei Beleidigungen, Verleumdungen oder anderen Persönlichkeitsrechtsverletzungen auch eigenständig rechtliche Schritte prüfen und einleiten.

Wertschätzung für ehrenamtliches Engagement

Mit seinem Appell erinnert der Ausschuss daran, dass Woche für Woche zahlreiche Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter ihre Freizeit investieren, um den Spielbetrieb im Amateurfußball überhaupt zu ermöglichen. Sie verdienten dieselbe Anerkennung und denselben Respekt wie Spieler, Trainer, Vereinsverantwortliche und Zuschauer.

Die Vereine werden daher aufgefordert, die Botschaft innerhalb ihrer Reihen weiterzugeben und aktiv für einen respektvollen Umgangston einzustehen. Ziel sei eine Fußballkultur, in der harte, aber faire Kritik möglich bleibt, persönliche Angriffe jedoch keinen Platz haben.