Großer Erfolg für den Einbecker Sport: Rico Haas vom Einbecker Judo Club hat sich bei den Deutschen Ju-Jutsu-Meisterschaften in Erkelenz den Titel des Deutschen Meisters in der Gewichtsklasse bis 62 Kilogramm gesichert. Nach drei Vizemeistertiteln in Folge gelang dem Bundeskaderathleten nun der lang ersehnte Sprung auf die oberste Stufe des Siegerpodests.

Die Titelkämpfe in Erkelenz verlangten den mehr als 300 Athletinnen und Athleten bei hochsommerlichen Temperaturen alles ab. Trotz der extremen Bedingungen zeigte Haas eine beeindruckende Wettkampfleistung und bewies einmal mehr, warum er inzwischen zu den stärksten Ju-Jutsuka Deutschlands gehört. Bereits im Auftaktkampf setzte der Einbecker ein Ausrufezeichen und gewann vorzeitig durch Full Ippon (Punktsieg in allen drei Kampfteilen – Distanzkampf, Wurfkampf und Bodenkampf). Noch eindrucksvoller war sein zweiter Auftritt: Gegen einen ehemaligen Vizeweltmeister von 2019 dominierte Haas das Geschehen und entschied den Kampf souverän mit 10:3 Punkten für sich. Lediglich gegen seinen langjährigen Rivalen aus dem Bundeskader musste er sich in einem hochklassigen Duell denkbar knapp mit 7:8 geschlagen geben. Den abschließenden Kampf gewann der Einbecker durch die Disqualifikation seines Gegners. Da in der Gewichtsklasse im Modus »Jeder gegen jeden« gekämpft wurde und kein Athlet ungeschlagen blieb, reichte die starke Gesamtleistung zum Deutschen Meistertitel. Für Haas ist der Erfolg ein weiterer Meilenstein in seiner Karriere. Erst Ende vergangenen Jahres wurde er als erster Athlet in der Geschichte des Einbecker Judo Clubs in den Bundeskader des Deutschen Ju-Jutsu Verbandes berufen und sammelte in diesem Jahr bereits erste internationale Erfahrungen bei der Europameisterschaft auf Kreta. Mit dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft bestätigt der Einbecker nun eindrucksvoll seine Zugehörigkeit zur nationalen Spitze.

Nicht minder sensationell verlief das Turnier für das Einbecker Ausnahmetalent Mia Hoffmann, die auch dem niedersächsischen Landeskader angehört. Nach ihrem U18-Vizetitel im Vorjahr feierte sie in Erkelenz ein Debüt der Extraklasse in der neuen Altersklasse U21 (bis 57 kg). Und dieses Debüt glich einem Paukenschlag: Im ersten Kampf überrollte sie ihre Gegnerin regelrecht und siegte nach sagenhaften 58 Sekunden per Full Ippon! Im Anschluss bewies sie Nerven aus Stahl und rang die letztjährige DM-Drittplatzierte in einem packenden Herzschlagfinale mit 9:8 nieder. Im Halbfinale ließ sie der amtierenden Vizemeisterin nicht den Hauch einer Chance – erneuter Full-Ippon-Sieg nach gerade einmal 64 Sekunden! Erst im Finale musste sich die Athletin der WM-Dritten des Vorjahres nach großem, heroischem Kampf geschlagen geben. Der Lohn: Der deutsche Vizemeistertitel im allerersten U21-Jahr! Eine Leistung, die den Atem stocken lässt.
Ausgezeichnet schlug sich auch Amelie Rother (U21, bis 63 kg) bei ihrer allerersten Deutschen Meisterschaft. Sie zog direkt zum Auftakt das schwerstmögliche Los und musste gegen die amtierende Europameisterin und Vizeweltmeisterin auf die Matte. Trotz der erwartbaren Niederlage gegen die Weltklasse-Athletin zeigte Rother enormen Mut und großartigen Kampfgeist. Nach einem weiteren harten Match sicherte sie sich einen hervorragenden 7. Platz auf nationalem Top-Niveau – ein grandioses Versprechen für die Zukunft.

Großen Anteil am Erfolg hatte auch Trainer René Worien, der seine Athletinnen und Athleten trotz der außergewöhnlichen Bedingungen optimal betreute. Mit einem Deutschen Meistertitel, einer Deutschen Vizemeisterschaft und einer Top-7-Platzierung kehrte die Einbecker Delegation stolz aus Erkelenz zurück – allen voran Rico Haas, der sich mit seinem ersten Deutschen Meistertitel endgültig in die Geschichtsbücher des Vereins eingetragen hat.

Die Einbecker Amelie Rother, Mia Hoffmann, Rico Haas und Trainer René Worien zeigten herausragende Leistungen bei den Deutschen Meisterschaften in Erkelenz. Fotos: EJC