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Mehr als 2.200 Spiele leiteten die Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter im vergangenen Spieljahr im Fußballkreis Northeim-Einbeck. Bei der Jahreshauptversammlung der Schiedsrichtervereinigung standen vor allem der Schiedsrichternachwuchs, aktuelle Herausforderungen und zahlreiche Ehrungen im Mittelpunkt.
Mit einer Schweigeminute für die im vergangenen Spieljahr verstorbenen Schiedsrichterkameradinnen und -kameraden begann die Jahreshauptversammlung der Schiedsrichtervereinigung Northeim-Einbeck. Anschließend begrüßte Vorsitzender Christian Eulenstein die anwesenden Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter sowie die Gäste.
Beim Blick auf die vergangene Saison gab es viele positive Nachrichten, aber auch einige Herausforderungen. Rund 100 aktive Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter leiteten ehrenamtlich mehr als 2.200 Spiele auf Kreisebene. Damit sorgten sie dafür, dass der Spielbetrieb zuverlässig stattfinden konnte. Für diesen Einsatz sprach der Kreisschiedsrichterausschuss allen Aktiven seinen Dank aus.
Ein großes Thema blieb die Nachwuchsgewinnung. Während in den vergangenen Jahren regelmäßig neue Anwärter ausgebildet wurden, gibt es derzeit nur noch wenige aktive Jungschiedsrichter. Außerdem konnten beide geplanten Anwärterlehrgänge im vergangenen Spieljahr nicht stattfinden. Deshalb wird die Gewinnung neuer Schiedsrichter auch in den kommenden Jahren eine der wichtigsten Aufgaben bleiben.
Auch im Leistungsbereich gibt es noch Arbeit. Die Bezirkslisten sind nur dünn besetzt. Deshalb sollen junge und engagierte Schiedsrichter früh gefördert und Schritt für Schritt an höhere Spielklassen herangeführt werden.
Sorge bereitet außerdem die steigende Zahl der Sportgerichtsverfahren. Dahinter stehen Konflikte und unsportliches Verhalten, die auf den Fußballplätzen keinen Platz haben. Das belastet nicht nur Vereine und Verband, sondern auch die Schiedsrichter auf Kreisebene, die immer häufiger schwierige Situationen bewältigen müssen.
Trotz dieser Entwicklung konnten alle Spiele der vergangenen Saison mit Schiedsrichtern besetzt werden. Möglich war das nur, weil viele Aktive mehr Spiele übernahmen als ursprünglich geplant.
Ein klarer Aufruf ging deshalb an die Vereine. Die Gewinnung neuer Schiedsrichter sei eine gemeinsame Aufgabe und dürfe nicht allein dem Kreisschiedsrichterausschuss überlassen werden. Ebenso wichtig bleibe ein respektvoller Umgang mit den Schiedsrichtern. Gerade junge Schiedsrichter brauchen Zeit und Unterstützung, um Erfahrungen zu sammeln.
Neben den Herausforderungen gab es aber auch viele positive Entwicklungen. Die Lehrabende und Veranstaltungen sind weiterhin gut besucht. Der Zusammenhalt innerhalb der Schiedsrichtergemeinschaft ist groß, ebenso die Zusammenarbeit mit dem Kreisvorstand und den Vereinen. Als wichtigen Schritt bezeichnete der Ausschuss die Gründung der Schiedsrichtervereinigung Northeim-Einbeck e. V. zum 1. Juli 2025. Damit wurden wichtige organisatorische Voraussetzungen für die Zukunft geschaffen.
Auch in den Grußworten spielte das Thema Respekt eine große Rolle. Volker Mönnich überbrachte die Grüße des verhinderten Kreisvorsitzenden Henning Hartje. Er zeigte sich ebenfalls besorgt über die steigende Zahl der Sportgerichtsverfahren. Besonders alarmierend sei, dass solche Vorfälle inzwischen sogar in der F-Jugend vorkämen.
Heinz Schwingel blickte auf die vergangene Saison zurück und gab einen Ausblick auf die Spielzeit 2026/27. Stephan Schamuhn berichtete ebenfalls von mehr problematischen Vorfällen im Jugendfußball. Außerdem informierte er darüber, dass die A-Junioren künftig möglicherweise am Spielbetrieb des Kreises Göttingen-Osterode teilnehmen werden.
Bezirksschiedsrichterobmann Mario Birnstiel sprach ebenfalls über die zunehmende Gewalt auf den Sportplätzen, besonders im Jugendbereich. Außerdem berichtete er von sehr vielen Spielverlegungen im Bezirk. Deshalb habe der Bezirk inzwischen klare Grenzen gezogen und in einzelnen Fällen bewusst auf eine Schiedsrichteransetzung verzichtet. Zudem werde auf Verbandsebene über eine Erhöhung der Fahrtkostenerstattung beraten.
Ein Höhepunkt der Versammlung waren die Ehrungen verdienter Schiedsrichter. Mario Birnstiel zeichnete Jan Eddigehausen und Rainer Hase mit der Silbernen Bezirksehrennadel aus. Für ihre 15-jährige Zugehörigkeit zur Schiedsrichtervereinigung wurden Carim Moussa, Florian Oberlies, Lenard Stichnoth und Jan Wüstefeld geehrt. Tobias Geismann erhielt eine Auszeichnung für 25 Jahre aktive Schiedsrichtertätigkeit. Seit 40 Jahren engagieren sich Jörg Henne, Dietmar Ost und Stephan Schamuhn als Schiedsrichter. Die Kreisehrennadel in Gold erhielten Jürgen Ahrens, Rainer Lütke-Cosmann, Hans-Peter Neusch, Andree Scheele und Marcel Schieffer.
Zum Abschluss informierte der Kreisschiedsrichterausschuss über wichtige Termine der neuen Saison. Außerdem fiel die Bilanz der Entscheidungsspiele zum Saisonende sehr positiv aus. Alle Ansetzungen verliefen reibungslos und erhielten durchweg positives Feedback. Auch die Saisonstatistik zeigte noch einmal, wie groß der Einsatz der aktiven Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter im Kreis ist.
Den Schlusspunkt bildete die Lehrarbeit. Vorgestellt wurden die wichtigsten Regeländerungen für die Saison 2026/27 und ihre Auswirkungen auf die Spielleitung.
Nach zweieinhalb Stunden endete die Jahreshauptversammlung. Mit einem Dank an alle Beteiligten und den besten Wünschen für die neue Saison wurde der Blick nach vorne gerichtet. Eines wurde dabei deutlich: Ohne engagierte Schiedsrichter ist ein geregelter Spielbetrieb nicht möglich. Deshalb bleibt die Gewinnung neuer Schiedsrichter die wichtigste Aufgabe für die kommenden Jahre.
Foto/Text: Schiedsrichter (NFV Northeim/Einbeck)
