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Mit 29 Jahren hat sich Sören Schumacher, der in Hardegsen aufgewachsen ist, als Torwarttrainer im NLZ des FC St. Pauli etabliert – und das parallel zu seinem juristischen Referendariat. Ein Spagat zwischen Paragrafen und Trainingsplatz, der höchste Disziplin verlangt.
Seine Trainerlaufbahn begann er bei der U19 von Göttingen 05 als Co-Trainer von Yannick Broscheit (aktuell Bovender SV). Bereits nach wenigen Wochen spezialisierte sich Schumacher allerdings vollständig auf das Torwarttraining – eine Entscheidung, die seinen weiteren Weg prägen sollte.
Es folgte der Wechsel zu Eintracht Northeim, wo er rund eineinhalb Jahre im U17-, U19- und Herrenbereich (u.a. mit Florian Härtel, aktuell U15 SC Paderborn 07 und Malte Fröhlich, aktuell DFB-Kleinfeld-Nationaltrainer) als Torwartkoordinator arbeitete. Die Zusammenarbeit mit den dortigen Torhütern, zu denen auch Basti Fiedler, Tim Tautermann und Leevi Andreß gehörten, bezeichnet er rückblickend als „eine schöne Zeit mit vielen talentierten Torhütern“.
Zwei Wochen Hospitation – und dann blieb er
Im Januar 2025 bot sich die Chance beim FC St. Pauli. Über einen Torwarttrainer-Lehrgang in Hamburg lernte Schumacher Nils Segelken (aktuell SV Waldhof Mannheim) kennen, der dort als Dozent tätig war und der damaliger Torwarttrainer der U17- und U19-Keeper des FC St. Pauli war. Es folgte eine zweiwöchige Hospitation im Leistungsbereich des FC St. Pauli. Schnell war klar: Die Zusammenarbeit passt. Schumacher und Segelken bildeten in der Folge ein Torwarttrainer-Duo für die U17/U19. Sportlich lief es von Beginn an erfolgreich: Die U17 und U19 gewannen jeweils den Landespokal. Im Sommer verlängerte Schumacher seinen Vertrag bei den Kiezkickern. Segelken wechselte im Sommer zu Waldhof Mannheim in die dritte Liga, doch der Austausch blieb weiterhin eng – nicht nur beruflich, sondern auch privat.
Für Segelken kam Jon Götz vom FC Basel an den Brummerskamp (Standort des Nachwuchsleistungszentrums des FC St. Pauli), mit dem Schumacher wiederum ein funktionierendes und eingespieltes Torwarttrainerduo bildet.
Durchlässigkeit und Entwicklung im Fokus
Mit dem Ex-Profi Sascha Burchert (Hertha BSC, Greuther Fürth, FC St. Pauli) als neuem Torwart-Koordinator wurde die Struktur im Nachwuchs weiter gestärkt. „Er sorgt dafür, dass eine sehr gute Durchlässigkeit zwischen dem Aufbau- und Leistungsbereich sowie unserer U23 und den Profis herrscht, man ist in einem ständigen, detaillierten und torwartspezifischen Austausch und er ist wirklich eng an jedem Keeper aus allen Altersbereichen dran“, sagt Schumacher. Genau das ist auch sein persönlicher Antrieb: Talente auf das nächste Level zu bringen.
Zum Aufgabenbereich gehören der normale Trainingsbetrieb, Reha-Training mit verletzten Torhütern, Vor- und Nachbereitung sowie die Spieltagsbegleitung. Aktuell betreut er sechs Torhüter im U17- und U19-Bereich. Hinzu kommen regelmäßig Torhüter aus dem Aufbaubereich der U15 hoch. „Ich möchte die Potenziale von jedem einzelnen meiner Keeper ausreizen und sie in ihrer Entwicklung bestmöglich begleiten.“, betont der 29-Jährige, der von sich selbst auf dem Trainingsplatz ebenfalls immer 110 Prozent verlangt.
Besonders stolz machen ihn Momente, in denen seine Keeper den nächsten Schritt gehen: So absolvierte u.a. U19-Keeper Melvin Witte Ende des vergangenen Jahres einem U18-DFB-Lehrgang und trainiert regelmäßig im Profibereich mit. Ganz aktuell wurde U17-Keeper Issa Dapo (15) für die U16 der bosnischen Nationalmannschaft nominiert und durfte ebenfalls schon einmal bei den Profis reinschnuppern.
Zwischen Kanzlei und Trainingsgelände
Parallel zu seiner Torwarttrainertätigkeit befindet sich Schumacher im juristischen Referendariat und arbeitetzusätzlich als Diplom-Jurist in einer Kanzlei. Seinen Schwerpunkt habe er im Sport- und Arbeitsrecht. Gesetze, Paragraphen und Rechtsberatung – ein kompletter Kontrast zum Fußballplatz. Drei- bis viermal die Woche geht es anschließend direkt zum Training. „Ich muss sehr viel planen und strukturiert sein, damit das alles klappt. Beides unter einen Hut zu bekommen ist manchmal schon herausfordernd, aber ein toller Ausgleich“, sagt er. Trotz der Doppelbelastung fühlt er sich am Millerntor angekommen: „Ich fühle mich wahnsinnig wohl beim FCSt. Pauli. Ich habe herausragende Trainerkollegen. Der Umgang mit den Nachwuchsspielern und ihre Begleitung – da macht der Verein sehr viel richtig. Die Strukturen sind unglaublich gut.“
Ein klarer Karriereweg – mit Bodenhaftung, Struktur und einer großen Leidenschaft für die Torhüterausbildung. Als Torwarttrainer im Nachwuchsleistungszentrum des FC St. Pauli etabliert – und das parallel zu seinem juristischen Referendariat. Ein Spagat zwischen Paragrafen und Trainingsplatz, der höchste Disziplin verlangt.
