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Mit 64% der Stimmen wurde der Doppelpack von Celina Koschnitzke beim Herrenspiel der SG Denkershausen II in Wahmbeck zum Ding der Woche gewählt. Doch damit nicht genug, drei weitere Spielerinnen standen mit Koschnitzke zusammen auf dem Platz. Ein weiteres Kapitel Fußballgeschichte, das es im Landkreis bisher noch nicht gegeben hat. Ein wahres Ding der Woche.
Diesmal haben 742 Personen beim Ding der Woche abgestimmt. Satte 64% (484 Stimmen) fielen dabei auf »Frau erzielt Doppelpack im Herrenspiel«. Das historische Ereignis setzte sich deutlich vor dem Nachspielzeit-Wahnsinn mit drei Treffern in Heckenbeck (17%/126 Stimmen) und dem Punktgewinn des TSV Gladebeck im Kreisligaspiel gegen die SG Solling (11%/82 Stimmen), wo der TSV mit der halben 2. Herren angetreten ist, durch. Auf dem vierten Platz landete ein Spieler (8%/62 Stimmen) der nach sieben Jahren mal wieder ein Tor erzielt hat. Keine Umfragen und aktuelle News mehr verpassen, dann folgt Sportnews Northeim-Einbeck auf Instagram.

Doch wie kam es eigentlich dazu, dass die Denkershäuser Reserve Unterstützung aus dem Damenteam benötigte? Bereits am Anfang der letzten Woche stellte sich heraus, dass aufgrund von Verletzungen, Krankheit und Urlaub nur ein kleiner Kader zur Verfügung steht. So fragte man frühzeitig beim TSV Wahmbeck nach einer Spielverlegung nach, der diese dann endgültig am späten Freitagabend ablehnte. Nach dem 10:0-Kantersieg der Frauen am Freitag wurde im Nachgang schon mit den Spielerinnen darüber geflachst. »Wir haben es am Freitag eher als Spaß angesehen, als dann am Samstagmorgen aber die Anfrage kam, waren wir vier alle top motiviert, den Männern zu helfen!«, sagt Annabelle Wille. In der Tat beantworte das Quartett die Anfrage des sportlichen Leiters am Samstagmorgen blitzschnell. Nur acht Minuten hat’s gedauert bis drei von vieren zugesagt hat. Wenig später folgte mit Leonie Wrede auch die vierte Spielerin, die ihre Bereitschaft erklärt hat. »Ich hatte schonmal in der Vergangenheit gesagt, dass ich das mal gerne machen würde. Als die Nachricht kam, fand ich es sehr cool«, so Wrede.

Dann ging es los. Anpfiff 15 Uhr in Wahmbeck. Trainer Christopher Heise hat mit Celina Koschnitzke und Annabelle Wille zwei Frauen in der Startelf aufgeboten. Keine fünf Minuten waren gespielt, da erzielte Celina Koschnitzke das 1:0 und legte nur wenig später den zweiten Treffer nach. »Ich kann es immer noch nicht ganz fassen. Im Spiel hab ich es nicht so realisiert, dass es was Besonderes war, was mir gelungen ist. Aber nach dem Spiel hatte ich zahlreiche Nachrichten auf dem Handy, wo es mir erst bewusst geworden ist«, so die 21-jährige Torjägerin, die auch mit neun Toren nach drei Spielen die Torschützenliste der Damen Bezirksliga anführt. »Ich bin einmal sehr sehr dankbar gewesen überhaupt die Chance zu bekommen, bei den Herren mitspielen zu dürfen und wollte die Herausforderung gerne annehmen. Allgemein muss ich auch sagen, dass es auch so ein verdammter Teamgeist war, obwohl zwei Geschlechter auf dem Platz standen. Jeder hat jeden unterstützt und gegenseitig gepusht. Es hat richtig Spaß gemacht Fußball zu spielen«, führt die doppelte Torschützin, die wenig später auch das 4:0 noch auflegte, fort.
Die Denkershäuser Reserve sorgte frühzeitig für klare Verhältnisse und erhöhte durch Andy Dreier (18.) und Dennis Müller (22.) früh auf 4:0. In den Schlussminuten legte Julius Seeger auf Vorlage von Sarah Bode den Endstand nach. »Großes Lob aber auch an die Mannschaft. Die haben uns super aufgenommen, wir haben uns direkt wohl gefühlt und wurden super eingebunden. Uns wurde zugetraut, dass wir den Ball verarbeiten und damit was anfangen können. Das würde nicht jede Herrenmannschaft so machen«, fühlten sich alle vier direkt integriert, so dass kurzerhand der SG-Slogan #zweidörfereinverein in #einvereinzweigeschlechter umformuliert wurde.
»Ich würde sagen, dass es schon körperbetonter und schneller war, was mir persönlich aber sehr viel Spaß gemacht hat«, sagt Sarah Bode über den Unterschied zwischen Herren- und Frauenfußball. In Zukunft liegt der Fokus natürlich wieder auf der eigenen Bezirksliga, in der die SG-Damen aktuell die Tabelle anführen. Aber gibt es nach dem erfolgreichen Debüt eine Wiederholung der vier im Herrenfussball? »Uns hat es großen Spaß gemacht. Wenn mal wieder Not am Mann ist, helfen wir sehr gerne nochmal aus. Das Klima in der Mannschaft ist super und man fühlt sich direkt willkommen«, waren sich die vier, die zwischenzeitlich alle zusammen auf dem Platz standen, einig.
Mit Farina Traupe (MTV Markoldendorf), Maryam Ghazi (jetzt Sundmacher) und Jule Ahrens (FC Eintracht Northeim) spielten schon drei Damen vereinzelt in Herrenteams mit. Das gleich vier Frauen gleichzeitig in einer Herrenelf standen und dazu noch mit Celina Koschnitzke eine Frau traf, das gab es im NFV-Kreis Northeim/Einbeck noch nie.

