Der FC Eintracht Northeim und der 1. SC Göttingen 05 haben ihre Zusammenarbeit im Jugendfußball in einer gemeinsamen Pressemitteilung bekanntgegeben. Was konkret hinter der Kooperation steckt, blieb darin zunächst allerdings offen. Sportnews Northeim-Einbeck hat deshalb bei Philipp Weißenborn nachgefragt.

Im Mittelpunkt der Gespräche steht vor allem die Situation in den älteren Jugendjahrgängen. Nach mehreren Treffen in diesem Jahr sei deutlich geworden, dass es beiden Vereinen zunehmend schwerfällt, in den größeren Altersklassen – insbesondere in der A- und B-Jugend – jeweils eigenständig eine zweite Mannschaft zu stellen.

„Wir sind zu dem Ergebnis gekommen, dass es weder 05 noch uns gelingt, in den größeren Altersklassen eine zweite Mannschaft zu stellen, obwohl es mehr Jungs gibt, die Landes- oder Niedersachsenliga spielen könnten“, erklärt Weißenborn.

Gerade in den vergangenen Jahren habe das dazu geführt, dass talentierte Spieler aus den jüngeren Jahrgängen häufig kein passendes Angebot erhalten hätten. Für manche sei das am Ende sogar mit einem Vereinswechsel verbunden gewesen. Genau hier soll die Kooperation ansetzen.

Nach Angaben Weißenborns geht es zunächst darum, das Modell auszuprobieren und zu beobachten, wie es angenommen wird. Dabei bleiben beide Vereine eigenständig. Weder ein gemeinsamer Jugendförderverein noch eine neue Organisationsform seien geplant.

Vielmehr soll ein flexibler Austausch von Spielern helfen, einzelne Jahrgänge gezielt zu stärken und jungen Fußballern bessere Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten. Gleichzeitig soll auch für Eltern ein unkomplizierteres Angebot entstehen. „Wir wollen das Ganze vereinfachen – ohne große Ausbildungsentschädigungen oder Ablösesummen“, sagt Weißenborn.

Ein Automatismus sei damit aber nicht verbunden. Kein Spieler werde zu einem Wechsel gedrängt. Vielmehr gehe es darum, dort Perspektiven aufzuzeigen, wo ein Schritt zum jeweils anderen Verein sportlich sinnvoll sein könne.

Weißenborn betont dabei, dass die Zusammenarbeit über die beiden Klubs hinaus Bedeutung für die Region habe. Ziel sei es, auch künftig leistungsorientierten Jugendfußball in Südniedersachsen anbieten zu können. Dazu gehöre neben guten Mannschaften auch die Gewinnung qualifizierter Trainer – ein Thema, das viele Vereine gleichermaßen beschäftige.

Einen langfristig festgeschriebenen Fünfjahresplan gebe es bewusst nicht. Beide Vereine wollen zunächst Erfahrungen sammeln, mögliche Probleme erkennen und anschließend prüfen, welche Lösungen sich in der Praxis bewähren.

Für Weißenborn steht dabei vor allem ein Gedanke im Vordergrund: Nur wenn die Kräfte gebündelt werden, könne dauerhaft eine nachhaltige Entwicklung entstehen – im Jugendbereich ebenso wie später im Herrenfußball.

Denn am Ende geht es nicht nur darum, Talente in jungen Jahren zu fördern. Die Kooperation soll langfristig auch dazu beitragen, wieder mehr Spieler aus der Region für höhere Aufgaben im Herrenbereich zu entwickeln – sei es in der Landesliga oder perspektivisch vielleicht sogar wieder in der Oberliga. Gleichzeitig könne verhindert werden, dass Vereine in Südniedersachsen unnötig um Spieler, Trainer und finanzielle Mittel konkurrieren.

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