Die U19 des FC Eintracht Northeim konnte das Derby bei der JSG Weser/Solling knapp und spät mit 2:1 für sich entscheiden und behauptete die Tabellenführung.

Vor einer stattlichen Zuschauerkulisse vor rund 150 Zuschauern schenkten sich die beiden besten U19-Teams aus dem Fußballkreis über die gesamte Spielzeit nichts. Dabei ging der FC Eintracht Northeim verdient durch den Treffer von Samir Zeaiter (19.), der einen Fehler im Spielaufbau bestrafen konnte, mit 1:0 in Führung. „Ich bin zufrieden mit dem Auftritt meiner Mannschaft. Bis auf die Phase, wo wir das Gegentor bekommen, haben wir über die gesamte Spielzeit kaum Torchancen von Northeim zugelassen. Wir hatten gute Umschaltsituationen und Ballbesitzphasen“, sagt JSG-Trainer Daniel Vollbrecht. Noch vor dem Halbzeitpfiff bewahrte JSG-Keeper Roberto Prado seine Mannschaft im Eins gegen Eins vor einem weiteren Gegentreffer gegen Northeims Abdoulie Jallow (38.). Mit dem knappen Northeimer Vorsprung ging es in die Halbzeit.

Northeims Abdoulie Jallow verpasste den Treffer zum 2:0.

Gästetrainer Maurice Tönnies zeigte sich besonders mit der ersten Hälfte sehr zufrieden: „Ich bin stolz auf die Jungs, wie sie die Herausforderung angenommen haben. Mit der ersten Hälfte bin ich super zufrieden. Im zweiten Durchgang war es eher ein 50/50-Spiel, wo wir nicht mehr richtig in die Zweikämpfe gekommen sind“, berichtet der Northeimer Trainer. Auch wenn große Torchancen erst einmal Mangelware blieben, kämpfte sich Weser/Solling zurück in die Partie und erzielte nach einem schönen Spielzug den Ausgleich per Kopf durch Max Werner (76.). Als dann Northeims Henry Polle (80.) sich eine rote Karte einhandelte, hatte die JSG Weser/Solling in Überzahl sogar die Chance auf die Überraschung: „Der Platzverweis ärgert mich sehr, weil er absolut unnötig war“, kommentiert Tönnies die rote Karte. Trotz Unterzahl igelte sich Northeim aber nicht hinten ein und konnte in der Nachspielzeit noch einen Elfmeter rausholen, den Linus Wedemeyer (90.+2) souverän zum Sieg verwandeln konnte.

„Kompliment an Weser/Solling, die das super gemacht haben!“, so Tönnies. Auch sein Gegenüber war nach 90 Minuten zufrieden mit der Leistung: „Ein Unentschieden wäre am Ende meiner Meinung nach gerecht gewesen. Aber für für die gute Leistung können wir uns nichts kaufen und Fehler werden in der Landesliga dann auch bestraft, davon haben wir einen zu viel gemacht!“, berichtet Daniel Vollbrecht, der aber sehr verärgert darüber war, dass seine Spieler von einer Person aus dem Northeimer Trainerteam vor und nach dem Spiel angesprochen wurde, ob sie nächste Saison in Northeim spielen möchten. „Sowas habe ich noch nie erlebt. Das gehört sich nicht und ist sehr unfair!“, ärgerte sich Vollbrecht über die Vorgehensweise der Gäste.

Northeims Jonas Reichler (links) ist in dieser Szene einem Schritt seinem Gegenspieler voraus.

Stellungnahme FC Eintracht Northeim (Nachtrag: 15.30 Uhr)

Zu den Vorwürfen von Daniel Vollbrecht nimmt Naji Ghazi von Eintracht Northeim Stellung: „Die Kritik von Daniel Vollbrecht können wir so nicht stehen lassen. Aus unserer Sicht hat es im betreffenden Spiel keine gezielte Ansprache von Spielern im Sinne einer Einflussnahme gegeben. Die von ihm geschilderte Wahrnehmung teilen wir in dieser Form nicht.
Richtig ist, dass es Gespräche gab: In einem Fall handelte es sich um einen ehemaligen Spieler von uns, der inzwischen gewechselt ist und sich während seiner Zeit bei uns schwer verletzt hat. Hier ging es ausschließlich darum, sich nach seinem gesundheitlichen Zustand zu erkundigen und sich ein Bild von seiner aktuellen Situation und seinen weiteren Planungen zu machen. Darüber hinaus beschränkte sich ein Gespräch nach dem Spiel auf eine kurze Nachfrage im Zusammenhang mit kursierenden Wechselgerüchten zu einem anderen Verein – ebenfalls ohne weitergehende Absichten. Umso weniger nachvollziehbar ist die öffentliche Kritik, da Daniel Vollbrecht im selben Spiel unseren Spieler Abdoulie Jallow selbst direkt angesprochen und einen möglichen Wechsel zum Bovender SV thematisiert hat. Vor diesem Hintergrund wirkt der Vorwurf der Unsportlichkeit wenig überzeugend, da hier eine Wahrnehmung kritisiert wird, während ein vergleichbares eigenes Verhalten ausgeblendet bleibt“.

Stellungnahme Daniel Vollbrecht (Nachtrag: 17.08 Uhr)

“Der ehemalige Trainer von dem Spieler hatte mich im Herbst angerufen und gefragt, ob ich mit dem Spieler sprechen kann, weil er vor einem Wechsel zu Northeim steht und er nicht möchte, dass er da hingeht. Das habe ich damals (im November) auch getan. Vor dem Spiel habe ich nur Hallo gesagt“