Der Saisonstart für Jonathan Franke von der SG Markoldendorf/Ellensen lief alles andere als nach seiner Wunschvorstellung. Nachdem der 21-jährige das erste Kreisligator der SG ME überhaupt erzielen konnte, „gelang“ ihm das Kunststück in drei darauffolgenden Spielen jeweils ein Eigentor zu schießen.

Somit nicht nur das Ding der Woche bei SNNE, sondern ziemlich sicher was einmaliges in Deutschland. Zum Vergleich: Der Rekord für die meisten Eigentore in einer kompletten Saison in der Bundesliga liegt ebenfalls bei Drei: Manfred Kaltz (77/78) und Niklas Süle (17/18) trafen jeweils drei Mal ins eigene Netz. In einer Woche bzw. in drei aufeinanderfolgenden Spielen hat noch niemand geschafft.

Doch zurück zum Unglücksrabe Jonathan Franke, der in seiner Jugend in Salzderhelden und Leinetal gespielt hat. „Da sich beide Vereine aber nacheinander aufgelöst haben, sind wir damals, wegen Freunden geschlossen zur JSG Markoldendorf/Elfas gewechselt. Das müsste so das erste D-Jugend-Jahr gewesen sein!“, so Franke, der seitdem ausschließlich in Markoldendorf spielt. Erst für die Jugend, dann für den MTV und nun für die SG Markoldendorf/Ellensen, mit der er in der vergangenen Saison in die Kreisliga aufgestiegen ist.

Der Saisonstart in der Kreisliga lief zunächst vielversprechend für die SGME und Jonathan Franke: Es lief die 45. Minute im ersten Kreisligaspiel für die SG aus Markoldendorf/Ellensen in Lindau und Franke erzielte das 1:0 für die Gäste. „Der Treffer an sich war ein cooles Gefühl, zum einen, weil ich echt nicht oft Tore schieße und zum anderen, weil wir gegen ein starkes Lindau in Führung gehen konnten. Darüber, dass es das erste Tor für die SG ME war, hab ich in dem Moment gar nicht nachgedacht. Es ist aber jetzt im Nachhinein schon eine coole Sache, dass ausgerechnet ich, als Verteidiger das erste Tor mache. Damit kann ich meine Teamkollegen wohl noch lange nerven“, freut sich Franke über den ersten Treffer der Geschichte. Nicht nur das Spiel in Lindau ging noch verloren, sondern auch alle andere Partien, wo auch für die Nr. 5 der SG das Unheil in den nächsten Spielen seinen Lauf nahm.

Im Derby gegen die SG Dassel/Sievershausen wollte Franke noch im letzten Versuch das Gegentor verhindern: „Der Ball wurde an unserem Torwart vorbei gespielt und ich wollte diesen einspringend vor der Linie noch retten. Ich habe ihn dann aber selber rein gemacht“, schildert Franke sein erstes Eigentor. Nur fünf Tage später trat er mit seinem Team im Kreispokal bei der SG Sülbeck/Edemissen an: “Dort schlug Daniel Pinto eine Flanke von rechts, ich will ihn abblocken, er prallt aber ins Tor“, beschrieb der Unglücksrabe das zweite Eigentor. Wiederum nur zwei Tage später ging es nach Hettensen: „Das unglücklichste Eigentor von allen Dreien. Ein Hettensen Spieler schießt aufs Tor, der Ball prallt vom Pfosten gegen meinen Po und dann ins Tor!“, so Franke, der aktuell vom Pech verfolgt wird, aber dennoch Geschichte geschrieben hat. Zuvor ist ihm vielleicht mal ein Eigentor in der Jugend unterlaufen. Dran erinnern, kann er sich aber nicht mehr.

Drei Eigentore in drei aufeinanderfolgenden Spielen oder auch drei Eigentore in sieben Tagen. Was macht das eigentlich mit einem? „Also nach dem ersten Eigentor hat das eigentlich nichts mit meiner Einstellung gemacht. Aber als dann das Zweite passiert ist, hat man schon ein bisschen darüber nachgedacht und ich denke, dann hat mich beim Dritten einfach das Pech verfolgt und es musste wohl auf diese Art und Weise passieren“, nimmt es Franke, der jetzt erstmal im Urlaub ist, nicht ganz so ernst. So wie es im Amateurfußball auch sein soll.

Auch seine Mitspieler haben ein gutes Gespür für die Situation: „Meine Teamkollegen haben das alles sehr entspannt aufgenommen. Keiner war nach den Toren sauer. Im Gegenteil: Ich wurde immer direkt wieder aufgebaut. Und natürlich kriegt man jetzt den ein oder anderen Spruch ab, aber das gehört in einer Mannschaft auch dazu und ohne hätten wir auch nicht so einen Spaß“, sagt der Verteidiger, dessen Team am Freitag auf die SVG Einbeck trifft.

„Einbeck ist eine richtige starke Truppe, die auf jeden Fall um den Aufstieg spielt. Sie haben viele individuell starke Spieler, was es richtig schwer für uns machen wird. Ich selber kann in dem Spiel leider nicht dabei sein, da ich erstmal im Urlaub bin. Nach den vielen Eigentoren ist das aber vielleicht auch gar nicht so schlecht. Ich denke nicht, dass wir uns in diesem Spiel verstecken müssen. Der Druck liegt klar bei Einbeck und wenn wir eine gute Teamleistung auf den Platz kriegen und den Kampf annehmen kann ein Punkt oder sogar mehr möglich sein. Natürlich gehört auch ganz viel Spielglück dazu“, so Franke, der trotz des schwachen Saisonstart an sein Team glaubt. „Generell auf die Saison gesehen ist das Ziel natürlich ganz klar der Klassenerhalt. Die ersten Spiele gegen zwei gute Gegner haben uns gezeigt, dass das Niveau auf jeden Fall ein Anderes ist, an welches man sich erstmal gewöhnen muss. Das war uns aber auch klar. Ich bin guter Dinge, dass wir mit ein bisschen Einlaufzeit schon noch unsere Punkte holen werden. Wir haben einen starken Teamgeist und mit Batze einen Trainer, der uns ordentlich motivieren und besser machen kann, weswegen ich ganz optimistisch in die Saison gucke“, sagt Franke zum Abschluss.