Es war das Finale, das sich während der Turnierwoche bei den Bikeleasing.de-Open abgezeichnet hatte: der an drei gesetzte Ukrainer Oleksii Krutykh (ATP 631) gegen die Nummer vier der Setzliste, Adrian Oetzbach (ATP 684). Beide bestätigten ihre gute Form der letzten Wochen. Nur etwas über 50 Plätze trennen sie im Ranking und deshalb und aufgrund ihrer zuletzt gezeigten Leistungen war ein Finale auf Augenhöhe zu erwarten. 

                                                       

Der 26-jährige Krutykh hatte im Halbfinale nur einen Kurzeinsatz wegen der Verletzung seines Gegners Ruben Hartig, der zwei Jahre ältere Oetzbach musste dagegen ein enges und intensives Spiel gegen Vincent Marysko überstehen.

Die besten Voraussetzungen waren also gegeben – und die Finalisten hielten Wort. Adrian Oetzbach, letzte Woche schon in Kassel im Halbfinale, legte direkt wieder los. Oleksii Kruthyk kämpfte sich nach und nach rein ins Spiel, doch der Essener holte sich Satz eins schließlich mit 6:4.

Während der Wettergott es bislang sehr gut meinte, kam ausgerechnet zum Finale der Regen. Mehrfach gab es zu Beginn des zweiten Satzes, in dem Oetzbach schnell wieder in Front lag, Unterbrechungen. Und auch hier gab Kruthyk das Spiel nicht so leicht her. Und wie so oft bei diesen Bikeleasing.de-Open 2026 machte es Adrian Oetzbach dann nochmal enger als geplant. Statt Spiel, Satz und Sieg beim Stand von 5:4 für ihn, gab es das Break von Oleksii Kruthyk zum 5:5, Adrian Oetzbach konterte dann aber direkt seinerseits mit dem vorentscheidenden Rebreak zum 6:5 und machte anschließend alles klar zum 6:4, 7:5-Turniersieg. 

„Ich weiß auch nicht, warum ich es diese Woche immer so spannend gemacht habe“, sagte der glückliche Sieger, der bei seinem vierten Auftritt in Uslar mit einem verlorenen Doppelfinale 2023 und dem Doppeltitel im Vorjahr nun auch im Einzel triumphierte – im bisher wohl besten Finale in der Idylle am Försterweg, die dem Gewinner besonders gefällt: „Es war eine tolle Woche hier, es ist eines der bestorganisierten Turniere in Deutschland und ich mag es, hier zu spielen. Es war mir eine Freude.“ Und er vergaß nicht, sich auch bei seinem Gegner zu bedanken: „Du hast stark gespielt, und ich wünsche ich Dir, dass Du bald wieder dahin kommst, wo Du mal warst.“ Das war immerhin schon Platz 160 in der ATP-Weltrangliste.

Turnierdirektor Markus Müller zog am Ende des mit 15.000 Dollar dotierten Turniers im Rahmen von World Tennis und DTB Internationals presented by Wilson ein positives Fazit: „Wir sind sehr zufrieden. Es ist nahezu alles reibungslos gelaufen, es war insgesamt sehr entspannt und unser Team hat sehr gut funktioniert. Die Rückmeldungen der Spieler, Zuschauer und Officials sind sehr positiv. Es war eine schöne Turnierwoche, das Wetter hat bis auf den Endspieltag gepasst und wir haben ein großartiges Finale zum Abschluss gesehen.“

Text: Küppers, Foto: Röber